Thinking about struggle

Samstag 19.11. – 14 Uhr – Harold & Maude, Sternstraße 14, Lutherstadt Wittenberg

Die Kämpfe von Geflüchteten, der vertrackte Umgang mit der Ideologie und dann auch noch die Umsetzung des Protestes in Kunst – an diesem Rundumschlag versuchen wir uns mit einer Veranstaltung am 19.11. in Wittenberg. Weshalb denn in Wittenberg? Wie in vielen anderen Orten häufen sich auch hierNaziübergriffe, wie auch in der Regionalzeitung nachvollzogen werden kann:

„Fünf Deutsche sollen in der Nacht zum 14. April (Donnerstag) Woche in der Wittenberger Lerchenbergstraße in die Wohnung eines 23-Jährigen aus Eritrea eingedrungen sein und den Mann mit Fäusten traktiert haben.“ (Mitteldeutsche Zeitung, 27.04.16)

„Eine Männergruppe hat in Wittenberg auf einen Mann aus Burkina Faso eingeschlagen und ihn ausgeraubt. Die fünf unbekannten Täter verletzten den 34-Jährigen so schwer, dass er stationär behandelt werden musste.“ (Mitteldeutsche Zeitung, 02.05.15)

„Einer der beiden Tatverdächtigen forderte mit einem Messer, von dem 34-Jährigen die Herausgabe von Bargeld, der dies jedoch verweigerte. Der zweite Tatverdächtige soll daraufhin ein Beil aus seinem Rucksack genommen haben. Durch beide Tatverdächtige wurden die beiden Somalis währenddessen ausländerfeindlich beleidigt und angespuckt.“ (Mitteldeutsche Zeitung, 21.09.16)

Damit reiht sich die Stadt ein in eine lange Liste von Orten, in denen die rassistische Stimmung in die brutale Tat umgesetzt wird. (Aktuelle Ereignisse des Landes sind dokumentiert im Artikel „Eskalation in Sachsen-Anhalt) Aktuell wird diskutiert, ob Flüchtlinge in Wittenbeg noch sicher wohnen können (Vgl. MZ-Artikel).
Auf der anderen Seite bestehen, wie vielerorts auch hier Zusammenschlüsse, die Geflüchtete unterstützen oder sich gegen Rassismus engagieren. Das Engagement von Einzelnen entschuldigt jedoch keineswegs die dahingehenden Defizite der staatlich organisierten Versorgung. Hinzu kommen systematische Schikane und Entrechtung durch Politik, Behördern und Polizei. Die eklatant mangelhafte Versorgung von Ankommenden und die Verschärfungen des Asylrechts (hier dokumentiert), die jeweils allein schon einen Skandal darstellen, sind Grund genug für Protest von allen, die dies mitbekommen. Doch viele „Supporter“ sind es nicht, die sich gemeinsam mit den Betroffenen empören. Vielmehr nimmt ein beachtlicher Teil der Deutschen jegliche Forderungen als „dreist“ wahr und wittert eine Bevorzugung der Flüchtlinge. Einer solchen gesellschaftlichen Stimmung, die sich nicht zuletzt im Zusammenhang mit den Wahlerfolgen der AfD artikuliert, ist nur schwer etwas entgegenzusetzen. Die Veranstaltung ist ein Versuch.
Lisa Thomas und Arash Dosthossein, die an den 2012 von Würzburg ausgehenden Refugee-Protesten beteiligt waren, stellen in einem Erfahrungsbericht dar, was sie dazu bewegt, Forderungen aufzustellen und diese in die Öffentlichkeit zu tragen. (Einige Positionen können bereits in diesem Artikel von Lisa Thomas nachgelesen werden.)
Im Anschluss gibt es einen Workshop, in dem die Teilnehmenden rechtes Gerede zur Debatte stellen können. Einzelne Aussagen werden auf Zetteln notiert und in ein Lostrommel geworfen. Daniel Kulla wird Entgegnungen vorstellen und erklären, wie die Aussagen und die mit ihnen verknüpften Weltbilder funktionieren.
Abschließend soll es um die praktische Seite von Prostest gehen. Ein Referent vom Graffitiarchiv stellt in seinem Vortrag den Zusammenhang von Graffiti und politischen Forderungen dar. Zusätzlich wird es eine Graffitiwand geben, an der Interessierte sofort loslegen können.




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